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Der Jugendchor Funtastic rockt die Bühne


Zürichsee-Zeitung Bezirk Meilen, Freitag, 20. Januar 2017
Text: Maria Zachariadis  /  Bild: Michael Trost / Bildlegende: «Modern und fetzig: Der Jugendchor Funtastic tritt mit seiner neuen Show im Pfarreizentrum Küsnacht auf.»

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KÜSNACHT  | Die jährlichen Konzerte des Jugendchors Funtastic haben Kultcharakter und füllen das Pfarreizentrum. Am Wochenende stehen die musikbegeisterten Jugendlichen erstmals mit einem Musical auf der Bühne.

Was vor 17 Jahren mit einem unbedeutenden Auftritt in kleinem Rahmen begann, hat sich zu einem ansehnlichen Chor gesteigert. Noch vor fünf Jahren sang ein Dutzend Jugendlicher mit, derzeit sind es 20 Jugendliche und Junggebliebene, ist doch die Jüngste 16 und der Älteste 45 Jahre alt. Sie lieben moderne Songs, Pop, Rock und Gospel und rocken in Gottesdiensten und an Konzerten mit eigener Liveband.

Ins Leben gerufen hat den Chor mit dem vielsagenden Namen Funtastic der Ende Januar scheidende Kirchenmusiker Andreas Gut als Teil der verschiedenen Chöre, die zur Musik der katholischen Pfarrkirche St. Georg Küsnacht gehören. Mit dem Auftritt von Funtastic am Samstag und Sonntag verabschiedet sich der langjährige Chorleiter von der Pfarrei, da er ab Februar als Domkapellmeister nach St. Gallen wechselt (die ZSZ berichtete darüber).

Mechaniker in der Band
Funtastic lieben die Abwechslung und streuen daher immer wieder Tanzeinlagen in die Konzerte ein. Steif dastehen mit dem Notenheft in den Händen ist nicht ihr Ding, gesungen wird stets auswendig und immer in Bewegung. So auch im diesjährigen Programm, das mit Showeinlagen das Genre Musical streift, wie Dominik Dozza bestätigt. Der Jugendarbeiter und Gitarrist gehört zum sechsköpfigen Komitee, das die gesamte Organisation rund um die Konzerte mitsamt Bühnen- und Technikaufbau sowie Werbung und Verpflegung koordiniert.

An der Probe an diesem Mittwoch vertritt Dozza, der seit den Anfängen bei Funtastic als Musiker mitmacht, den Chorleiter. Der 43-Jährige steckt im blauen «Übergwändli» eines Mechanikers, dem Outfit der Bandmitglieder. Im Stück «Mir nämed dä Lift» ist nämlich der Aufzug im Hotel «Lift» defekt und sollte von ebendiesen Mechanikern repariert werden. Doch die haben keine Zeit – und Chaos ist vorprogrammiert.

Singendes Hotelpersonal
Für diese Musiker hat der Gitarrist ein Stahlgerüst aufgebaut, wo sie sich in schwindelerregender Höhe mit ihren Instrumenten eingerichtet haben. Darunter bewegt sich der Chor auf der Bühne des Pfarreizentrums und mimt in weissen Hemden, schwarzen Gilets und weissen Turnschuhen das Hotelpersonal. Links der Bühne ist eine Réception nachempfunden, an der die Schauspielerin Vanessa Joy Ruetz die umtriebige Managerin und Gouvernante Fränzi Tobler verkörpert.

Ruetz liefert schon seit Jahren die Theatervorlagen zwischen den Gesangseinlagen – und hat diesen Part bis jetzt auch stets selber übernommen. Doch diesmal hat die Comart-Absolventin jeder Sängerin und jedem Sänger eine Rolle im Hotelpersonal zugeteilt und drillt dieses als strenge Chefin. Dazwischen wird getanzt. Die Choreografien beigesteuert hat Jennifer Rusterholz von der Tanzschule Küsnacht, ebenfalls ein langjähriges Mitglied bei den Funtastic-Auftritten. Da ohne Technik heute nichts mehr geht, haben auch die Singenden die unscheinbaren Mikrofone vor ihren Lippen. Obwohl keiner von ihnen eine Gesangsausbildung hat, treffen sie mit ihren starken Stimmen jeden Ton und reissen einen mit ihrem Chorgesang augenblicklich mit. Ihre überschwängliche Motivation und Ausdrucksfreude wirken ansteckend. Dominik Dozza spricht vom guten Geist innerhalb des Teams.

Modern und fetzig
So sind denn auch die Lieder gemeinsam mit den Chormitgliedern ausgesucht worden, die Singenden wollen dahinterstehen können. Entsprechend modern und fetzig sind sie im Gegensatz zu den gängigen Kirchenliedern, wie der Chor sie vor 17 Jahren an braven Jahreskonzerten vorgetragen hat. Alle Songs wie etwa «We Go Together» aus dem Musical «Grease», «We are the Champions » von Queen oder das legendäre «Hail Holy Queen» aus der unvergesslichen Filmkomödie «Sister Act» hat Dozza eigens für die Chorstimmen arrangiert. «Wie wir diese Lieder singen, das gibt es sonst nirgendwo», versichert der Musiker, der zwar keine Noten lesen kann, dafür alles übers feine Gehör regelt und sich seine Arrangements aufschreiben lässt.

Text: Maria Zachariadis

Andreas Gut

Andreas Gut

Kantor Andreas Gut leitet die Proben und Aufführungen der sechs Chorgruppen, der Band und des Orchesters, er plant und organisiert die gesamte Kirchenmusik und spielt einen Teil der Orgeldienste an Wochenenden. Die Pflege der Kirchenmusik, von der Gregorianik bis zur Moderne, vom Gemeindegesang zur Orchestermesse, von Motette bis Oratorium, vom Orgelkonzert zum Pop-Gottesdienst, als Dirigent, Kantor, an der Orgel oder am Klavier, mit Solisten oder Band – das ist seine Passion.

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