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Kantorei-Reise nach Thornbury, England


Alle paar Jahre unternimmt die Kantorei St. Georg eine grössere Reise. Das diesjährige Ziel war Thornbury bei Bristol (GB), die ehemalige Wirkungsstätte ihres Kantors Joachim Schwander. Abreisetag war Freitag, der 13. Juli, und trotz des verhängnisvollen Datums verlief die Reise abgesehen von einer ausgefallenen S16 reibungslos. Selbst das Wetter spielte mit – der einzige Regen, den von anfangs Juni bis Mitte Juli sehen sollte, ergoss sich sintflutartig just in dem Moment, als die Gruppe vom Flugzeug ins Terminal wechselte.

Nach kurzem Einchecken im Hotel in Bristol ging es direkt zur Pfarrkirche des nahe gelegenen Thornbury, wo eine gemeinsame Probe mit dem dortigen Kirchenchor für den Sonntagmorgen-Gottesdienst auf dem Plan stand. Es war berührend zu sehen, wie sich die beiden Chöre sowohl musikalisch als auch menschlich auf Anhieb verstanden – entsprechend effizient gestaltete sich die Probenarbeit, welche sich die Kantoren von Thornbury und Küsnacht teilten.

Nun folgte der gemütliche Teil der Reise, der mit einem Feierabend-Drink in der Hotellobby und ums nahe gelegene Hafenbecken herum eingeleitet wurde. Der Samstagmorgen war frei, was viele Sängerinnen und Sänger für die Besichtigung von Bristol nutzten. Joachim mutierte hierbei kurzfristig zum Touristenführer. Am Nachmittag fuhr die ganze Sängerschar ins sonnige, architektonisch spannende Bath, wo man sich nach einigen Stunden individueller Besichtigung zum gemeinsamen Nachtessen in einem traditionell englischen Pub traf.

Am Sonntagmorgen wartete der eigentliche Höhepunkt der Reise auf die Kantorei, der Sonntagmorgengottesdienst in der St. Mary’s Church in Thornbury unter der gemeinsamen Leitung des alten und des neuen Director of Music, Joachim Schwander und Malcolm Kittle. Da die anglikanische Liturgie der katholischen sehr ähnlich ist, konnte die Kantorei mit der Messe brève von Léo Delibes und Mozarts ‚Ave verum‘ auf bekanntes Repertoire zurückgreifen. Einzig die Kirchenlieder waren ungewohnt. Hier war man für die Unterstützung der ortsansässigen Choristers dankbar, die ihrerseits die Delibes-Messe neu einstudiert hatten.

Nach einem grosszügigen Apéro begaben sich die beiden Chöre zum gemeinsamen Mittagessen ins benachbarte, malerische Oldbury, wo es ‚Ship Inn‘ traditionell englischen Sunday Roast gab. Hier bestätigte sich einmal mehr Joachims befriedigte Feststellung, dass er beim Wechsel von Thornbury nach Bristol den freundlichsten Kirchenchor Englands gegen den freundlichsten der Schweiz hatte eintauschen dürfen. Es ist eine echte Chorfreundschaft entstanden, die zu weiteren gemeinsamen Auftritten, vielleicht auch in Küsnacht, führen wird.

Nach so vielen Eindrücken von englischer Architektur, Kultur und Landschaft durfte der Besuch des Wahrzeichens von Bristol, der Suspension Bridge (Hängebrücke) nicht fehlen. Die Brücke ist nicht nur Zeugin einer architektonischen Meisterleistung, sie bietet auch eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und die Avon-Schlucht. Wer schwindelfrei war, überquerte die Brücke zu Fuss und liess sich von einem kühlenden Lüftchen erfrischen. Zum Abschluss der Reise trafen sich alle Beteiligten am Sonntagabend zum gemeinsamen Nachtessen im Speisesaal des Hotels.

Hier geht’s zum Video der Reiseeindrücke von Chormitglied Esther Roman:

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Joachim Schwander

Joachim Schwander

Kantor Joachim Schwander ist der hauptverantwortliche Kirchenmusiker der Kirchgemeinde. In dieser Funktion leitet er die Proben und Aufführungen der sechs Chöre, der Band und des Orchesters, plant und organisiert die gesamte Kirchenmusik und spielt einen Teil der Orgeldienste. Ihn fasziniert die Vielseitigkeit seiner Tätigkeit als Organist, Dirigent, Arrangeur und Coach. Dass er bei der Gestaltung der Liturgie auf eine grosse stilistische Bandbreite verfügen darf, die von der Gregorianik bis ins 21. Jahrhundert, von der klassischen Orchestermesse bis zum Pop-Gottesdienst mit Band reicht, ist für ihn eines der grössten Privilegien überhaupt.

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