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Tag: Vokalmusik

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Kurzauftritt Ensemble Bleu im Bernhard-Theater


Am Sonntag, 16. Dezember war unser Vokalensemble in reduzierter Form Gast bei Alt Bundesrat Moritz Leuenbergers Bernhard-Matinée im gleichnamigen Zürcher Theater. Mit JS Bachs Choralsatz „Ich steh an deiner Krippe hier“, ‚Ave Maria‘ von Anton Bruckner und ‚Bogoroditse Dyevo‘ von Sergej Rachmaninov stand eher ungewohnte Advents- und Weihnachtsmusik auf dem Programm, die beim Publikum aber grossen Anklang fand. Zum abschliessenden „Stille Nacht“ gab’s dann Papierflocken-Schnee (leider kein Bild vorhanden).

Beachte den konzentriert zuhörenden Magistraten (oberes Bild, links) und die originellen, wohl dem Namen des Lokals geschuldeten Christbaum-„Kugeln“. Den Link zum Nachhören gibt es hier:

https://www.bernhard-theater.ch/spielplan/bernhard-matinee/

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Russisch-orthodoxe Musik zum Trinitatisfest


Seit vielen Jahren sehe ich eine Affinität der Musik der Ostkirche zu unserer katholischen Kirchenmusik, die in einer gemeinsamen spirituellen Wurzel liegt. Dies wurde mir vor etlichen Jahren bewusst, als ich nach einem Chorkonzert in der serbisch-orthodoxen Kirche in Zürich tief ergriffen nach Hause ging und darüber nachsinnte, warum wir keine solchen Musikschätze besitzen – bis mir einfiel, dass das gar nicht stimmte! Den Rest des Abends verbrachte ich mit dem Anhören von Josquin- und Palestrina-Messen…

Ich freue mich sehr darauf, am kommenden Sonntag, 27. Mai zum Trinitatisfest mit unserem Vokalensemble die drei Cherubinischen Gesänge von Pjotr Ilitsch Tschaikowsky (1840 – 93) im Gottesdienst aufzuführen. Tschaikowskys beachtliches kirchenmusikalisches Schaffen steht demjenigen Rachmaninows zwar an Bekannheit, nicht jedoch an Qualität nach. Grund dafür ist dessen schwierige Rezeptionsgeschichte: Unter den Sowjets, denen alles Religiöse suspekt war, wurde der Fokus auf Tschaikowsky, den Komponisten berühmter Ballette, Opern, Symphonien und Klavierwerke gelegt; die Orthodoxe Kirche ihrerseits steht dem Komponisten wegen seiner Homosexualität kritisch gegenüber.

In der orthodoxen Liturgie wird der Cherubinische Hymnus (Izhe Cheruvimy) zur Gabenprozession vom Kirchenschiff in den Altarraum gesungen. Der Gesang evoziert die Cherubim-Engel, die der Dreifaltigkeit das Trishagion (Dreimalheilig) zusingen. Dieses kennen wir Katholiken u.a. aus den Improperien an Karfreitag. Der Cherubinische Hymnus ist dreistrophig aufgebaut, mit abschliessendem Halleluja. Alle drei Vertonungen von Tschaikowsky beginnen sehr langsam und meditativ und weisen die der orthodoxen Musik so typische schlichte Harmonik, lange Melodiebögen und nuancierte Dynamik auf. Die dritte Strophe, in welcher der triumphale Empfang des Himmelsfürsten besungen wird, ist jeweils bewegter und leitet in einen mehr oder minder kräftigen Halleluja-Teil über. Tschaikowsky, der von einem Teil seiner Zeitgenossen als der „Westler“ unter den russischen Komponisten gebrandmarkt wurde, bleibt dem Idiom der östlichen Kirchenmusik treu, wobei sich hie und da Anklänge an deutsch-romantische Chormusik (etwa im zweiten Gesang) bemerkbar machen. Deshalb hat es sich für uns angeboten, für das Ordinarium am kommenden Sonntag Teile aus der Deutschen Messe von Franz Schubert (1798 – 1828) auszuwählen.

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