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Musik ist das Herz der Liturgie


Der Kirchenmusiker der katholischen Kirchgemeinde Küsnacht-Erlenbach Joachim Schwander im Gespräch mit Giulia Ferraldeschi.

Orgelklänge, jahrhundertealte Gesänge, moderne Kompositionen – Kirchenmusik ist lebendig und tief verwurzelt in der Geschichte. Doch wie hält man sie in der heutigen Zeit relevant? Wie bringt man Menschen aus verschiedenen Generationen und Kulturen durch Musik zusammen? (m&l)

Giulia Ferraldeschi, April 2025

Joachim Schwander ist Musikdirektor und Hauptorganist der Kirche St. Georg in Küsnacht-Erlenbach. In seiner Rolle leitet er verschiedene Chöre, programmiert Konzerte, koordiniert sämtliche musikalischen Aktivitäten der Kirche und sorgt dafür, dass Tradition und Innovation harmonisch miteinander verschmelzen. In diesem ausführlichen Gespräch erzählt er von seinem Alltag zwischen Proben, Orgelstudium und spontanen musikalischen Herausforderungen. Er spricht über die Unterschiede zwischen Kirchenmusik in England und der Schweiz, erinnert sich an bewegende Momente, etwa einen Rocksong bei einem Begräbnis, und wagt einen Blick in die Zukunft der Kirchenmusik.

Das Interview wurde uns freundlicherweise von der Redaktion der Zeitschrift „Musik & Liturgie“ zur Verfügung gestellt. Weitere spannende Artikel finden Sie unter www.musikundliturgie.ch
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Fünf gute Gründe, in einem Kirchenchor zu singen


Institutionen und Vereine sind in der Krise, Religion spielt für immer weniger Menschen eine Rolle, und vor allem die katholische Kirche macht mit Negativschlagzeilen von sich reden. Die Kirchenchöre leiden an vorderster Front mit. Und dennoch gibt es auch heutzutage gute Gründe, in einem Kirchenchor mitzuwirken. Fünf davon seien im Folgenden genannt:

1. Förderung der Gemeinschaft

Gerade wer berufsbedingt oft den Wohnort wechselt, findet in einem lokalen Chor rasch Anschluss. Im Gegensatz zu den meisten nicht kirchlich gebundenen Chören ist die Mitgliedschaft in einem Kirchenchor in der Regel gratis, und man lernt Menschen kennen, die an einem Ort verwurzelt sind und entsprechende Kontakte besitzen. Da es beim Singen um Musik und Sprache geht und oft mehrsprachig gesungen wird, können auch Fremdsprachige andocken, die mittels der Probenarbeit gratis Sprachunterricht erhalten.  

2. Lerneffekt

Gratis ist auch die Musikausbildung: geschult werden die Stimme, das Gehör und meist auch das Notenlesen. Kichenchöre stehen im Prinzip jedem und jeder offen, der/die einigermassen singen kann oder es lernen möchte. Also auch die Mittdreissigerin, die ein neues Hobby ausprobieren möchte oder der Frühpensionierte, der nach 40 Jahren berufsbedingter Pause an die schönen Musikerfahrungen seiner Jugendzeit anknüpfen will.

3. Gemeinsam Schönes gestalten

Der durchs Kirchenjahr vorgegebene gottesdienstliche „Betrieb“ gibt einen Rahmen mit klarem Auftrag und Lernziel vor und garantiert den Auftretenden ein zumeist wertschätzendes Publikum. Eine schön gestaltete Liturgie mit festlicher Musik kann auch denjenigen eine tiefe spirituelle Erfahrung vermitteln, die mit Kirche und Religion längst abgeschlossen haben.

4. Gesundheitsförderung

Chorsingen ist gesund. Nicht nur befreit es gefährdete Menschen aus der sozialen Isolation, sondern durch Atemtechnik und den richtigen Gebrauch von Körper und Stimme werden Verspannungen abgebaut und die Konzentration geschärft. Also die perfekte Anti-Ageing-Kur! Vielbeschäftigte Berufsleute geniessen die Chorprobe als willkommenen Ausgleich zum stressigen Alltag, indem beim Singen neue Hirnregionen aktiviert werden.

5. Dienst an der Gemeinschaft

Entgegen allen Negativklischees: eine gut funktionierende Kirchgemeinde gibt vielen Menschen Halt und stiftet Heimat. Ein lebendiger, aktiver Kirchenchor trägt wesentlich dazu bei. Singen in einem Kirchenchor ist also eine gute Sache, selbst wenn man sich bei der persönlichen Zeitgestaltung etwas einschränken und den einen oder andern Sonntagmorgen opfern muss.                                                                                                                  

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