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Mach mit beim Weihnachtsmusical 2026!


Wie jedes Jahr studieren Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren unter der Leitung von Vanessa Wunderli und Cecile Saager ein Weihnachtsmusical ein, das sie Familiengottesdienst an Heiligabend aufführen, begleitet von einer Live-Band.

Dieses Jahr steht das Musical „Stern über Betlehem“ von Markus Hottinger auf dem Programm. Infos und Auskünfte gibt es auf www.musik-st-georg.ch/kinder, wo auch das Anmeldeformular zu finden ist.

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Musik am Pfingstsonntag 2026


Musik an Pfingsten 2026

Von Norbert Schmitz

Zu Pfingsten dürfen wir von der Kantorei Sankt Georg den Gottesdienst mit einer preisgekrönten Messe mitgestalten. Wir singen die Missa Salve Regina des Komponisten Johann Gustav Eduard Stehle. Da dieses Werk heute nur selten zu hören ist, erlauben wir uns, Ihnen eine kleine Einführung anzubieten.

 

Zum Komponisten

Johann Gustav Eduard Stehle wurde am 17. Februar 1839 in Steinhausen an der Rottum (Landkreis Biberach, etwa 50 km nördlich von Friedrichshafen) geboren. Sein Vater war Organist und Lehrer. Er spielte bereits im Alter von 12 Jahren die Orgel im Gottesdienst. Ab 1853 besuchte er das Lehrerseminar und arbeite als Lehrer von 1857 in Schussenried (D) und von 1864 in Kanzach/ Saulgau (D).

Erste Anerkennung als Musiker erhielt er 1867 mit dem ersten Preis eines cäcilianischen Kompositionswettbewerbs* – genau mit der Messe, die wir zu Pfingsten singen dürfen, siehe Werk. (Cäcilianismus: Typisch ist die Rückbesinnung auf die kath. Liturgie, den Verzicht auf Instrumente, bis hin zu einer Fokussierung auf den a-cappella-/ Vokalgesang wie z.B. in der Gregorianik.)

1869 kam Stehle dann in die Schweiz als Organist und Musikdirektor für Sankt Columban in Rorschach (SG). Darüber hinaus gründete er in Rorschach eine Gesangs- und Musikschule, sowie den in Sankt Gallen den Cäcilienverein.

Im Jahr 1874 begann er seine Tätigkeit als Domkapellmeister** und Domorganist in Sankt Gallen, welcher er bis zu seiner Pensionierung 1913 innehatte. Neben dem Einsatz für die Cäcilianische Musikrichtung (als Verleger von Zeitschriften, von Musik und als Komponist) erarbeitete er sich in Sankt Gallen einen exzellenten Ruf, denn er baute u.a. den Domchor von 40 auf 140 Sänger aus, steigerte ihn zu einem Kirchen- und Konzertchor, und wurde zu Konzertreisen innert der ganzen Schweiz, sowie nach Deutschland und Frankreich eingeladen. 1888 reiste er nach München für Kompositionsstudien beim uns bekannteren Josef Rheinberger. Beide Kirchenmusiker   teilten das Bestreben, hochwertige, technisch solide und liturgisch korrekte Musik zu schreiben, die dennoch die hohen Anforderungen der romantischen Klangästhetik erfüllte. Stehle komponierte diverse weitere Messen, Motetten und Oratorien (z.B. „Lebende der hl. Cäcilia“). Er erhielt diverse Auszeichnungen, u.a., 1911 die Ehrendoktorwürde Dr. h.c. phil. der Universität Freiburg (FR). Zwei Jahre nach seiner Pensionierung, am 21. Juni 1915 verstarb er in Sankt Gallen.

 

 

Zum Werk:

Die Preis-Messe gilt als ein weit verbreitetes Beispiel für katholische Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts, welches überregionale Bedeutung erlangte, die bis nach Brasilien reichte. Ähnlich wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, der Tonsatz und Ästhetik der Barock-Komponisten Bach und Händel mit einer romantischen Tonsprache verbindet, so orientiert sich der Spätromantiker Stehle an den Vorgaben des Cäcilianismus, welcher das Ideal in der Musik Palestrinas, aber auch im Gregorianischen Choral sieht. Das die Messe durchdringende Hauptmotiv ist der Anfang der marianischen Antiphon ‚Salve Regina‘ nach der neogregorianischen Vertonung des Barockkomponisten Henri Du Mont (1610 – 84). Da Stehle mit dem Salve-Regina-Motiv „nur“ das Messordinarium vertont und nicht die in die Zeit nach Pfingsten gehörende Antiphon singen lässt, erlauben wir uns, die Messe bereits am Pfingstsonntag aufzuführen – immerhin fällt das Fest in den Marienmonat Mai!

Dem cäcilianischen Ideal des a cappella-Gesangs wird  z.B. im Gloria gehuldigt, wo der Chor allein „Domine Deus, Agnus Dei, Filius Patris“ (Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters) singt und so dieser Stelle einen besonderen und sehr schönen Ausdruck verleiht, bis die Orgel wieder sanft dazukommt.

Trotz dieser Schlichtheit bringt Stehle romantische Gefühle in die Musik. Wenn Sie an bestimmten Stellen plötzlich eine spannungsvolle, leicht ’schwebende‘ Stimmung hören, liegt das an der sogenannten ‚Chromatik‘. Das sind Töne, die sehr eng beieinander liegen und Spannung aufbauen, und menschliche Gefühle intensivieren. Deutlich wird zum Anfang des Gloria, wenn es heißt „Laudamus te, benedicimus te (…)“ (Wir loben Dich, wir preisen Dich (…)).

Klanglich brillant sind ebenso die Überraschungen in dieser Messvertonung. Ein Beispiel hierfür bietet die Messe Ihnen im letzteren Teil vom Credo (Glaubensbekenntnis) an, welches sich liturgisch sehr nah an dem uns bekannten apostolischen Text hält: „Et expecto resurrectionem mortuorum“ (und [ich] erwarte die Auferstehung der Toten). Zuerst singen wir Et expecto in forte, also laut. Dann folgt eine Pause von drei Schlägen, bevor mit Resurrectionem wieder einsetzten, weiterhin forte, welches dann mit einem Crescendo (laut werden) schnell zum Fortissimo (sehr laut) wächst. Plötzlich, ganz unerwartet, setzen wir für einen Schlag nochmals aus. Wir holen Luft und singen mortuorum im innigst und kraftvollsten fortissimo, also äusserst laut.  Solche plötzlichen Pausen bieten einen großen Überraschungseffekt und verstärken den Text umso mehr.

Die Romantik manifestiert sich auch durch einen ständigen Wechsel der Lautstärken, was uns die Musik so lebendig erleben lässt. Beispielhaft dafür ist im Agnus Dei die ternäre Wiederholung der Passage „Agnus Dei qui tollis pecata mundi“ (Lamm Gottes, der Du trägst die Sünde der Welt). Die Tenöre singen vorweg mit der Dynamik „piano“ (leise), worauf der ganze Chor im „pianissimo“ (sehr leise) dazukommt, und nach wenigen Takten, langsam „minimal lauter“ singt, somit wieder „piano/leise“, bevor es nach drei Schlägen beim „peccata“ plötzlich fortissimo sein darf, also sehr laut. Was für eine schöne und gelungene Klangfreude!

Abschließend: Ed. Stehle komponierte die Messe ursprünglich für einen zweistimmigen Chor (Sopran und Alt, ad. lib. Tenor und Bass). Wir singen ein vierstimmiges Arrangement, mit Ausnahme des Benedictus (bis vor dem Hosianna). Dieses singen wir zweistimmig, also hohe und tiefe Stimmen jeweils zusammen, welches Ihnen zusätzlich den Genuss des ursprünglicheren Charakters der Messe offeriert.

Insgesamt freuen wir uns sehr, diese homogene Messe singen zu dürfen, sowohl die vokalen Passagen als auch die romantischen Aspekte dieser Musik, die fast wie Kino-Musik klingt. Diese Informationen wecken in Ihnen sicherlich eine zusätzliche Vorfreude zum Hochfest Pfingsten wie uns, und am schönsten für uns wäre es, wenn wir den Gottesdienst gemeinsam mit Ihnen zu feiern.

 

*Es ist leider nicht dokumentiert, um welchen Wettbewerb es sich handelt. Belegt ist jedoch der Organisator, ein Franz Xaver Witt, welcher Gründer des „Allgemeinen Cäcilien-Verbandes für die Länder der deutschen Sprache (ACV)“ war. In der Jury saßen u.a. die amtierenden Domkapellmeister Karl Geith (Sankt Gallen) und Moritz Brosig (Breslau) und der Organist der Kathedrale von Luxembourg, Heinrich Oberhofer. Alle 4 waren ranghöchste Vertreter der cäcilianischen Musikrichtung und damit sicherlich für die spätere Laufbahn von Ed. Stehle förderlich.

**Domkapellmeist von Sankt Gallen: Stehles Nachfolger wurde Joseph Gallus Scheel, welcher das beliebte Bruder-Klaus-Lied „Mein Herr und mein Gott (…)“ (siehe KG 546) komponierte. Wiederum Scheels nach-nach-nach-nach Folger ist unser ehemaliger Kantor und der jetzige Domkapellmeister, Andreas Gut.

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Konzert „Frieden und Licht“ 2026


Chorkonzert für den Frieden

Seit nunmehr vier Jahren tobt der grausame Krieg in der Ukraine, bei dem es dem russischen Regime um nichts Geringeres als der Auslöschung der ukrainischen Identität zu gehen scheint. Es obliegt uns, den betroffenen Menschen nicht nur in materiellen Belangen, sondern auch in ihrer seelischen Not beizustehen: Aus dieser Idee heraus sind 2024 die «Licht und Frieden»-Konzerte des Vokalensembles «Ensemble Bleu» entstanden, in denen gemeinsam mit einem ukrainischen Partnerchor Kompositionen aus der Ukraine und aus Westeuropa erklingen. Für die diesjährige Ausgabe des Konzertes arbeitet das Ensemble Bleu mit dem ukrainisch-schweizerischen Chor Creatones zusammen. In zwei Konzerten, am 1. März in der Zürcher Predigerkirche und am  8. März in der Katholischen Kirche Küsnacht, erklingen Werke von Hanna Havrylets, Roman Hurko, Boris Berezovskij, Joseph Rheinberger und Ola Gjeilo. Die Leitung teilen sich Anastasiia Shchyrba (Creatones) und Joachim Schwander (Ensemble Bleu). Der Erlös beider Konzerte kommt Hilfswerken in der Ukraine zugute. Billette für das Konzert in Zürich sind auf eventfrog.ch oder an der Abendkasse erhältlich, für das Küsnachter Konzert können via die Website www.musik-st-georg.ch Plätze reserviert werden.

Sonntag, 1. März, 17.00 Predigerkirche Zürich, Chorkonzert «Licht und Frieden»

Sonntag, 8. März 17.00 Katholische Kirche Küsnacht, Chorkonzert «Licht und Frieden»

Vokalensemble «Ensemble Bleu» und Chor «Creatones»

Eindrücke aus der Probe vom 21. Februar

Eine Rückschau auf die 2. Ausgabe von „Licht und Frieden“ 2025 finden Sie hier

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Rückschau „Licht und Frieden“ 2025


Am Sonntag, 2. März ging die zweite Ausgabe des 2024 so erfolgreichen Benefizkonzertes „Frieden und Licht“ in der Zürcher Predigerkirche über die Bühne. Verstärkt durch zahlreiche Zuzüger und Zuzügerinnen, darunter fünf Mitglieder des ukrainischen Chors „Perespiv“, präsentierte unser Vokalensemble ein Programm mit Werken von D. Bortnjanski, A. Pärt, H. Havrylets, M. Leontovych, O. Gjeilo und G. Deák-Bardos.

Dazwischen sangen die Frauen von Perespiv Arrangements traditioneller ukrainischer Lieder, angeleitet von Zoryana Mazko und begleitet am Klavier durch Tetiana Lomaka. Das Publikum in der sehr gut besuchten Predigerkirche zeigte sich sehr begeistert, und dank der grosszügigen Deckung der Unkosten durch die katholische Kirchgemeinde Küsnacht-Erlenbach können nun CHF 8188 in die Ukraine gespendet werden. Das Geld wird diversen Musikschulen zugute kommen, deren Aktivitäten durch das Kriegsgeschehen zum Teil völlig zum Erliegen gekommen sind. Ich danke an dieser Stelle allen Beteiligten, die vor und hinter den Kulissen geholfen haben, dieses wunderschöne Konzert möglich zu machen.

Perespiv mit der Solistin Anastasiia Khilko

Einen Eindruck vom Konzert vermittelt die Rezension der Besucherin Christine de Palézieux:

Als Zeichen für den Frieden und Aufruf zur Solidarität und Verbundenheit, veranstalteten die Chören Ensemble Bleu (Leitung Joachim Schwander) und Perespiv (Leitung Zoryana Mazko) ein wahrlich berührendes Konzert. Zum Auftakt wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer eingestimmt mit Arvo Pärts zarten Klängen voller nachdenklicher Ruhe, Licht und Wärme. The Deer’s Cry’s sanften Töne füllten Schiff und Kuppel der zürcher Predigerkirche und versetzten die Menschen in andächtige Stille. Mit der Rede des Organisators, Jean-Daniel Fivaz, wurde das Publikum daran erinnert, wie lange sich der Krieg in der Ukraine hinzieht, daran, dass Menschen Not und Leid ertragen müssen, und wie sich Männer und Frauen verschiedenster Herkunft trotz all dem Gram auf Erden auf liebevolle Art verbinden, und Mut und Kraft im gemeinsamen Musizieren schöpfen, wie dieses Konzert zeigte.

Ein ausgewogenes Wechselspiel zwischen den beiden Chören überzeugte den Zuhörer in Klang und Charakter für die gesamte Zeit des Konzerts. Die Frauen von Perespiv sangen mit Leidenschaft arrangierte ukrainische Volkslieder und nahmen das Publikum mit viel Elan mit auf die Reise in ihre folklorischen Klangwelten. Das Ensemble Bleu umsäumte Perespivs volkstümlichen Gesang mit sorgfältig ausgewählten Werken wie The Reproaches von Colin Mawby, Eli-Eli von György Deàk-Bàrdos, Tropar von Hanna Havryletz oder Svite Tichijn von Roman Hurko. Es gelang den Chören eindrücklich, die Zuhörer zu verzaubern. Perespivs leidenschaftliche Präsenz im Wechselspiel mit der anspruchsvoller Musik vom klassischen Ensemble, die durch Präzision und gekonnt eingesetzten piani und fortissimi im Gesang glänzte, wurden auf höchstem Niveau vorgetragen.

Ein Konzert, das in Herz und Seele drang und Licht und Frieden verströmte. Perespivs Gesang überzeugte durch seinen Charme und strahlte irdische Natürlichkeit und Lebensfreude aus. Die Klänge des Ensemble Bleu füllten die Kriche, zogen wie zarte Schleier in sanften Schwaden zur Kuppel und darüber hinaus. Sie schienen keine Grenzen zu kennen und den Himmel zu berühren, so dass zuweilen der Eindruck entstand, es würden Engel den Menschen auf der Welt mit einem himmlischen Lied begegnen, sie in Not und Leid trösten und in eine Liebe einbetten, die, jenseits des weltlichen Hasses und der Missgunst, alle Menschen vereint. Das Programm schloss das Ensemble Bleu sinnbildlich mit Arvo Pärts lateinischem Gebet Da pacem Domine und als Zugabe durfte auch Leontovychs berühmtes Schchedryk nicht fehlen, mit beiden Chören auf der Bühne. Das Konzert versprach nicht nur Licht und Frieden, sondern füllte den Raum damit. Das Publikum würdigte dies mit stehenden Ovationen.

Zugabe „Schtschedryk“ mit beiden Chören, Ltg. Tetiana Lomaka

Höreindrücke

D. Bortnjanski, Concerto 24 (Ensemble Bleu + Perespiv)

Ya Pidu v daleki hory + Oj versche (Perespiv)

G. Deák-Bardos, Eli Eli (Ensemble Bleu)

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Musik ist das Herz der Liturgie


Der Kirchenmusiker der katholischen Kirchgemeinde Küsnacht-Erlenbach Joachim Schwander im Gespräch mit Giulia Ferraldeschi.

Orgelklänge, jahrhundertealte Gesänge, moderne Kompositionen – Kirchenmusik ist lebendig und tief verwurzelt in der Geschichte. Doch wie hält man sie in der heutigen Zeit relevant? Wie bringt man Menschen aus verschiedenen Generationen und Kulturen durch Musik zusammen? (m&l)

Giulia Ferraldeschi, April 2025

Joachim Schwander ist Musikdirektor und Hauptorganist der Kirche St. Georg in Küsnacht-Erlenbach. In seiner Rolle leitet er verschiedene Chöre, programmiert Konzerte, koordiniert sämtliche musikalischen Aktivitäten der Kirche und sorgt dafür, dass Tradition und Innovation harmonisch miteinander verschmelzen. In diesem ausführlichen Gespräch erzählt er von seinem Alltag zwischen Proben, Orgelstudium und spontanen musikalischen Herausforderungen. Er spricht über die Unterschiede zwischen Kirchenmusik in England und der Schweiz, erinnert sich an bewegende Momente, etwa einen Rocksong bei einem Begräbnis, und wagt einen Blick in die Zukunft der Kirchenmusik.

Das Interview wurde uns freundlicherweise von der Redaktion der Zeitschrift „Musik & Liturgie“ zur Verfügung gestellt. Weitere spannende Artikel finden Sie unter www.musikundliturgie.ch
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Weihnachtsgottesdienst 2023 zum Nachhören


Festgottesdienst zu Weihnachten am Tag, 25. Dezember 2023 (der Gottesdienst beginnt bei Minute 18:25)

G. Ph. Telemann: Concerto a-Moll TWV 51:A1 für Violine und Orchester | Josef Gruber, Pastoralmesse op. 92 | I. Widéen, Leucht‘ über Meer und Strand | F. Poulenc, O Magnum Mysterium | C. Chaminade, Noël des Oiseaux | JS. Bach nach A. Vivaldi, Concerto a-Moll BWV 593, 3. Satz

Kantorei St. Georg

Sonja Leutwyler, Sopran | Anne Heffner, Alt | Andreas Winkler, Tenor | Michael Schwarze, Bass

Orchester der Kantorei St. Georg | Nathan Schneider, Orgel | Joachim Schwander, Leitung

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Fünf gute Gründe, in einem Kirchenchor zu singen


Institutionen und Vereine sind in der Krise, Religion spielt für immer weniger Menschen eine Rolle, und vor allem die katholische Kirche macht mit Negativschlagzeilen von sich reden. Die Kirchenchöre leiden an vorderster Front mit. Und dennoch gibt es auch heutzutage gute Gründe, in einem Kirchenchor mitzuwirken. Fünf davon seien im Folgenden genannt:

1. Förderung der Gemeinschaft

Gerade wer berufsbedingt oft den Wohnort wechselt, findet in einem lokalen Chor rasch Anschluss. Im Gegensatz zu den meisten nicht kirchlich gebundenen Chören ist die Mitgliedschaft in einem Kirchenchor in der Regel gratis, und man lernt Menschen kennen, die an einem Ort verwurzelt sind und entsprechende Kontakte besitzen. Da es beim Singen um Musik und Sprache geht und oft mehrsprachig gesungen wird, können auch Fremdsprachige andocken, die mittels der Probenarbeit gratis Sprachunterricht erhalten.  

2. Lerneffekt

Gratis ist auch die Musikausbildung: geschult werden die Stimme, das Gehör und meist auch das Notenlesen. Kichenchöre stehen im Prinzip jedem und jeder offen, der/die einigermassen singen kann oder es lernen möchte. Also auch die Mittdreissigerin, die ein neues Hobby ausprobieren möchte oder der Frühpensionierte, der nach 40 Jahren berufsbedingter Pause an die schönen Musikerfahrungen seiner Jugendzeit anknüpfen will.

3. Gemeinsam Schönes gestalten

Der durchs Kirchenjahr vorgegebene gottesdienstliche „Betrieb“ gibt einen Rahmen mit klarem Auftrag und Lernziel vor und garantiert den Auftretenden ein zumeist wertschätzendes Publikum. Eine schön gestaltete Liturgie mit festlicher Musik kann auch denjenigen eine tiefe spirituelle Erfahrung vermitteln, die mit Kirche und Religion längst abgeschlossen haben.

4. Gesundheitsförderung

Chorsingen ist gesund. Nicht nur befreit es gefährdete Menschen aus der sozialen Isolation, sondern durch Atemtechnik und den richtigen Gebrauch von Körper und Stimme werden Verspannungen abgebaut und die Konzentration geschärft. Also die perfekte Anti-Ageing-Kur! Vielbeschäftigte Berufsleute geniessen die Chorprobe als willkommenen Ausgleich zum stressigen Alltag, indem beim Singen neue Hirnregionen aktiviert werden.

5. Dienst an der Gemeinschaft

Entgegen allen Negativklischees: eine gut funktionierende Kirchgemeinde gibt vielen Menschen Halt und stiftet Heimat. Ein lebendiger, aktiver Kirchenchor trägt wesentlich dazu bei. Singen in einem Kirchenchor ist also eine gute Sache, selbst wenn man sich bei der persönlichen Zeitgestaltung etwas einschränken und den einen oder andern Sonntagmorgen opfern muss.                                                                                                                  

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