Institutionen
und Vereine sind in der Krise, Religion spielt für immer weniger Menschen eine
Rolle, und vor allem die katholische Kirche macht mit Negativschlagzeilen von
sich reden. Die Kirchenchöre leiden an vorderster Front mit. Und dennoch gibt
es auch heutzutage gute Gründe, in einem Kirchenchor mitzuwirken. Fünf davon
seien im Folgenden genannt:
1. Förderung
der Gemeinschaft
Gerade wer
berufsbedingt oft den Wohnort wechselt, findet in einem lokalen Chor rasch
Anschluss. Im Gegensatz zu den meisten nicht kirchlich gebundenen Chören ist
die Mitgliedschaft in einem Kirchenchor in der Regel gratis, und man lernt
Menschen kennen, die an einem Ort verwurzelt sind und entsprechende Kontakte besitzen.
Da es beim Singen um Musik und Sprache geht und oft mehrsprachig
gesungen wird, können auch Fremdsprachige andocken, die mittels der
Probenarbeit gratis Sprachunterricht erhalten.
2.
Lerneffekt
Gratis ist auch die Musikausbildung: geschult werden die Stimme, das Gehör und meist auch das Notenlesen. Kichenchöre stehen im Prinzip jedem und jeder offen, der/die einigermassen singen kann oder es lernen möchte. Also auch die Mittdreissigerin, die ein neues Hobby ausprobieren möchte oder der Frühpensionierte, der nach 40 Jahren berufsbedingter Pause an die schönen Musikerfahrungen seiner Jugendzeit anknüpfen will.
3. Gemeinsam
Schönes gestalten
Der durchs
Kirchenjahr vorgegebene gottesdienstliche „Betrieb“ gibt einen Rahmen
mit klarem Auftrag und Lernziel vor und garantiert den Auftretenden ein zumeist
wertschätzendes Publikum. Eine schön gestaltete Liturgie mit festlicher Musik
kann auch denjenigen eine tiefe spirituelle Erfahrung vermitteln, die mit
Kirche und Religion längst abgeschlossen haben.
4.
Gesundheitsförderung
Chorsingen
ist gesund. Nicht nur befreit es gefährdete Menschen aus der sozialen
Isolation, sondern durch Atemtechnik und den richtigen Gebrauch von Körper und
Stimme werden Verspannungen abgebaut und die Konzentration geschärft. Also die
perfekte Anti-Ageing-Kur! Vielbeschäftigte Berufsleute geniessen die Chorprobe
als willkommenen Ausgleich zum stressigen Alltag, indem beim Singen neue
Hirnregionen aktiviert werden.
5. Dienst an der Gemeinschaft
Entgegen allen Negativklischees: eine gut funktionierende Kirchgemeinde gibt vielen Menschen Halt und stiftet Heimat. Ein lebendiger, aktiver Kirchenchor trägt wesentlich dazu bei. Singen in einem Kirchenchor ist also eine gute Sache, selbst wenn man sich bei der persönlichen Zeitgestaltung etwas einschränken und den einen oder andern Sonntagmorgen opfern muss.